Mediterrane Landschildkröten

 

 

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Wachstum und Alter

Inhaltsangabe dieser Seite:

  • 1 Allgemeine Informationen
  • 2 Weniger ist deutlich mehr!
  • 3 Lebenserwartung
    • 3.1 Altersrekorde
  • 4 Futtermenge und Rationierung
    • 4.1 Ist meine Schildkröte zu schwer für ihr Alter?
    • 4.2 Maximale Gewichtszunahme
  • 5 Wachstumsdiagramme (Circa-Richtwerte!)

 

1 Allgemeine Informationen

Im Juvenilstadium (Kindheits- bzw. Jugendstadien), also vom Zeitpunkt des Schlupfes bis zur Ausbildung der ersten Geschlechtsmerkmale, geht das Wachstum schnell voran. Im ersten Lebensjahr nehmen die meisten Schildkröten rund 100 % ihres Schlupfgewichtes zu, in den darauf folgenden Jahren nimmt die Zuwachsrate stetig ab.

Schildkröten haben im Jahr einige Wachstumsschübe die von der Jahreszeit und dem vorhandenen Futter abhängig sind. Das heißt, dass sich während eines Jahres mehrere neue Wachstumsringe bilden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich diese Bildung bis auf ein Minimum. Somit wachsen Landschildkröten, wie übrigens alle Reptilien, theoretisch gesehen ihr ganzes Leben lang, erreichen aber ihre Endgröße mit 15-20 Jahren. Danach ist das jährliche Wachstum so gering, dass man es kaum noch wahrnehmen kann.

Da das Wachstum immer von der jeweiligen Art bzw. Unterart und Form abhängig ist und selbst bei Tieren aus dem gleichen Gelege enorme Abweichungen möglich sind, kann man hier auch keine festen Angaben machen.

2 Weniger ist deutlich mehr!

Je langsamer die Schildkröte wächst, desto gesünder entwickeln sich Skelett, Panzer und Organe! Werden Schildkröten im Wachstum zu massiv mit eiweißreicher und fetthaltiger Kost (siehe Ernährung) versorgt, entwickeln sie sich zu sog. "Dampfaufzuchten". Diese Exemplare wachsen bis zu 4x so schnell als normalwüchsige Tiere, was leider immer auf Kosten des Skeletts und der inneren Organe geht. Knochen bilden sich nicht richtig aus, Organe verfetten etc.

3 Lebenserwartung

Schildkröten können im Vergleich zu den meisten anderen Tierarten ein sehr hohes Alter erreichen. Außnahmen bilden lediglich Wasser- und Sumpfschildkröten, welche bereits mit 20 - 40 Jahren zu den "älteren Generationen" gezählt werden. Anders ist es bei Landschildkröten - unter ihnen trumpfen immer wieder Exemplare mit neuen Alterskorden auf.

3.1 Altersrekorde

  • Adwaita, Aldabra-Riesenschildkröte (Aldabrachelys gigantea)
    geb. um 1750 (?); † 22. März 2006
    wurde 256 Jahre alt

  • Tu'i Malila, Strahlenschildkröte (Astrochelys radiata)
    geb. 1773 oder 1777; † 19. Mai 1965
    wurde 188 oder 192 Jahre alt

  • Harriet, Galapagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra)
    geb. um 1830; † 23. Juni 2006
    wurde 176 Jahre alt

  • Timothy, Maurische Landschildkröte (Testudo graeca)
    geb. um 1844; † 4. April 2004)
    wurde 160 Jahre alt

Mediterrane Landschildkröten erreichen in menschlicher Obhut fest nie ihr Höchstalter von bis zu mehr als 100 Jahren, denn viele Exemplare erliegen den ausgesetzten Haltungs- und Ernährungsfehlern ihrer Besitzer. Auch wenn es grausam klingt, aber Schildkröten leiden oftmals unbemerkt und äußern ihre Erkrankung erst dann für den Laien ersichtlich, wenn es meist schon zu spät ist. Nicht umsonst sagt man auch, dass Schildkröten zeitlich gesehen nicht von jetzt auf gleich, sondern über Jahre hinweg sterben.

4 Futtermenge und Rationierung

Gerade bei Jungtieren, die noch im vollen Wachstum sind, ist eine zurückhaltende Fütterung das A und O, denn Schildkröten können ihr Wachstum in menschlicher Obhut nur selber kontrollieren, wenn ihnen ein artgerechtes und natürliches Freigehege in ausreichender Größe zur Verfügung steht. In einem solchen Freigehege sind im Idealfall die Futterpflanzen immer im Überschuss vorhanden, sodass die Tiere nicht das Bedürfnis haben alles sofort aufzufressen. Vielmehr sind Schildkröten Weidegänger, die hier und dort mal einen Happen abfressen und weitergehen.

In einem kleinen Gehege oder Frühbeet ist die Situation hingegen eine andere. Dort stehen den Tieren nicht immer Ressourcen (Futter) im Überschuss zur Verfügung, sondern hier werden sie "per Hand" gefüttert, was bei Schildkröten in gewisser Weise die "Fressgier" auslöst, zumal sie auch nicht wissen, wann das nächste Mal Futter angeboten wird. Gerade bei der Gruppenhaltung von Jungtieren kommt es zu einem regelrechten Konkurrenzverhalten: "Bevor es ein anderer Artgenosse frisst, fresse ich es lieber selbst..." Daher muss hier darauf geachtet werden, dass den Tieren über den Tag verteilt nur etwa 15-20 Minuten ballaststoffreiche und karge Nahrung zur Aufnahme zur Verfügung steht. Dies ist keine Hungerkur, sondern soll nur dafür sorgen, dass die Tiere nicht zu viel Nahrung auf einmal aufnehmen.

Es ist keinesfalls so, dass die Tiere dann hungern würden, wie viele Halter oftmals denken! Schildkröten brauchen für die Verdauung 1 bis 3 Wochen. Und so lange liegt Nahrungsbrei im Verdauungstrakt vor, von dem der Körper zehrt. Außerdem kommen Landschildkröten im direkten Vergleich zu Säugetieren mit nur ca. 1/8 der Nahrungsmenge aus. Dies liegt daran, dass sich der Stoffwechsel der Schildkröten grundlegend von dem der Säuger unterscheidet. Schildkröten sind poikilotherm (wechselwarm) und verbrauchen nur dann viel Energie, wenn sie voll aktiv sind. Nachts und an kalten Tagen oder in der Winterstarre ist der Stoffwechsel nur auf "Stand-by". Bei uns Menschen hingegen läuft rund um die Uhr ein gewisser Grundstoffwechsel, selbst wenn wir schlafen!

Häufig wird in Foren folgende Frage gestellt:

4.1 Ist meine Schildkröte zu schwer für ihr Alter?

Diese Frage kann man nicht so ohne Weiteres beantworten, denn es kommt immer darauf an, wie alt das Tier ist und auch welcher Art und Unterart es angehört.

Die nachfolgenden Diagramme können nur als kleine Hilfs-Richtlinie genutzt werden, aber leichte Abweichungen sind völlig normal. Denn zum Einen kommt das Wachstum immer auf die Herkunft des Tieres an und zum Anderen kann man ein Tier, welches in den ersten Jahren "zu gut" ernährt wurde, nicht einfach bis zu dem Gewicht runterhungern lassen, dass auf dem Diagramm für das Alter "durchschnittlich" ist!

4.2 Maximale Gewichtszunahme

  • Bis zum 1. Herbst: 100 % des Schlupfgewichtes
  • Bis zum 2. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
  • Bis zum 3. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
  • Bis zum 4. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
  • Bis zum 5. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
  • Bis zum 6. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
  • Danach verringert sich die prozentuale Zunahme stetig...

5 Wachstumsdiagramme (Circa-Richtwerte!)


 
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