Mediterrane Landschildkröten

 

 

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Mediterrane Landschildkröten » Artenportraits » Dalmatinische Landschildkröte

Die Dalmatinische Landschildkröte

Testudo hercegovinensis (Werner, 1899)


Abb. 1 Weibliche Testudo hercegovinensis im natürlichen Lebensraum in Kroatien

Die Dalmatinische Landschildkröte ähnelt stark ihrer griechischen Verwandten. Das relativ isolierte Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf einen schmalen Streifen entlang der Adriaküste innerhalb von Kroatien, Dalmatien und Montenegro. Testudo hercegovinensis kann eine Größe von rund 17 cm erreichen und zählt eher zu den kleineren Arten.

Inhaltsangabe dieser Seite:

  • 1 Wissenschaftliche Einordnung (Taxonomie)
  • 2 Erscheinungsform (Habitus)
    • 2.1 Rückenpanzer (Carapax)
    • 2.2 Bauchpanzer (Plastron)
    • 2.3 Kopf (Caput)
    • 2.4 Vordergliedmaßen
    • 2.5 Hintergliedmaßen
    • 2.6 Schwanz (Cauda)
    • 2.7 Jungtiere
  • 3 Unterscheidung der Geschlechter (Sexualdimorphismus)
    • 3.1 Weibchen
    • 3.2 Männchen
  • 4 Statistik/Wissenswertes
    • 4.1 Allgemeines
    • 4.2 Fortpflanzung
    • 4.3 Winterstarre (Hibernation)

Ihre wissenschaftliche Bezeichnung "Hercegovina" leitet sich vom Herkuftsgebiet um Bosnien und Herzegowina ab. Ihre deutsche Bezeichnung "Dalmatinische Landschildkröte" hat diese Art durch das Vorkommen, welches sich u.a. auch entlang der dalmatischen Adriaküste erstreckt.

1 Wissenschaftliche Einordnung (Taxonomie)

Klasse: Reptilia (Reptilien)
Ordnung: Testudines (Schildkröten)
Unterordnung: Cryptodira (Halsberger)
Familie: Testudinidae (Landschildkröten)
Gattung: Testudo (Paläarktische Landschildkröten)
Art: Hercegovinensis (Dalmatinische Landschildkröte)

2 Erscheinungsform (Habitus)

2.1 Rückenpanzer (Carapax)

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Abb. 2.1 Ebenfalls weibliche Dalmatinische Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Der Rückenpanzer (Carapax) der Dalmatinischen Landschildkröte ist mäßigstark bis hoch gewölbt und weist seitlich gesehen eine semiovale Form auf.


Abb. 2.2 Frontale einer jungen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Im Bereich des langgezogenen und schmalen Nackenschildes (Cervicale) befindet sich eine schwache Einbuchtung.


Abb. 2.3 Rückenansicht einer männlichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Die trapezförmigen Wirbelschilde (Vertebralia) sind mit Ausnahme des fünften Schildes etwa genauso breit wie lang.


Abb. 2.4 Rückansicht (Caudalansicht) der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Das fünfte bzw. letzte Wirbelschild (Vertebrale) ist länger ausgebildet als die restlichen Wirbelschilde und mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Schlüssellochzeichnung versehen.

Das Schwanzschild (Supracaudale) ist in den meisten Fällen vertikal geteilt.


Abb. 2.5 Portrait einer jungen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Die Grundfärbung der Dalmatinischen Landschildkröte ist mit der Färbung der Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri) vergleichbar, jedoch geht sie bei Testudo hercegovinensis eher ins olivfarbene. Die Formen und der Kontrast der Zeichnungen erinnert jedoch eher an die Italienische Landschildkröte (Testudo hermanni hermanni). Darüber hinaus kann sie über alle Merkmale der beiden Unterarten verfügen. (W. Wegehaupt, 2006)

Auf den einzelnen Schilden befinden sich meist kontrastreiche, braune bis schwarze Zeichnungen.

Die Rippenschilde (Costalia) sind in einem nach hinten gerichteten Streifen frei von Zeichnungen, d. h. der Schwerpunkt der Zeichnungen liegt im mittleren und vorderen Bereich der Schilde.

2.2 Bauchpanzer (Plastron)


Abb. 2.6 Plastralansicht einer Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Auf dem Plastron befindet sich eine längsgerichtete und dunkel gefärbte Bänderung, welche jedoch unterbrochen ist. Die Kehlschilde (Gularia) sind oft ohne Färbung. Die Zeichnungen auf den Afterschilden (Analia) sind stets von der restlichen Bänderung getrennt.

Sowohl die Zwischennaht der Brustschilde (Pectoralia, rot), als auch die Zwischennaht der Schenkelschilde (Femoralia, blau) kann länger/kürzer sein.

Der Plastron der Dalmatinischen Landschildkröte ist starr und weist kein Scharnier auf.


Abb. 2.7 Axillare der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Auf jeder Seite befinden sich ein schmales Axelschild (Axillare).


Abb 2.8 Hüftbereich (Inguinalbereich) der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Hüftschilde (Inguinalia) fehlen, sind nur einseitig vorhanden oder stark verkleinert.

2.3 Kopf (Caput)


Abb. 2.9 Kopfstudie einer Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Der Kopf der Dalmatinischen Landschildkröten weist von oben (dorsal) gesehen eine ellipsenähnliche Form auf. Die Nase steht dabei etwas hervor.


Abb. 2.10 Nackenbereich (Nucha) der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Die Kopf weist eine braun-schwarze Grundfärbung auf. Eine gelbe Wangenzeichnung (Subokularfleck) ist meist vorhanden. Im Bereich des Nackens ist stets eine olivgelbe bis grünliche Färbung zu finden (Nuchalfärbung).

2.4 Vordergliedmaßen


Abb. 2.11 Vordergliedmaße der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)
Die vorderen Gliedmaßen sind kräftig ausgebildet und mit kleinen bis mittelgroßen Hornschuppen versehen. Die Hornschuppen enthalten in der Regel die gleichen Färbungen wie die, des Panzers. D. h. helle Hornschuppen sind ebenso vorhanden wie grau-braune und schwarze Hornschuppen. Die nach innen gerichtete (mediale) Seite ist jedoch stets heller/gelber gefärbt als die äußere (laterale) Seite.

Testudo hercegovinensis besitzt an den Vordergliedmaßen fünf Krallen, wobei die sog. Daumenkralle oft nur rudimentär ausgebildet ist oder gänzlich fehlt.

2.5 Hintergliedmaßen


Abb. 2.12 Hintergliedmaße der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Wie bei allen an landlebenden Schildkröten ähneln auch die Hintergliedmaßen der Dalmatinischen Landschildkröte anatomisch und augenscheinlich den Gliedmaßen der Elefanten. Sie sind eher plump aber dennoch feinfühlig (subtil).

Die Unterseite des Hinterfußes ist mit mittelgroßen, teils nach unten abstehenden Schuppen versehen. Der Bereich zwischen Oberschenkel und Schwanzansatz ist mit vergrößerten Schuppen bedeckt.

An den Hintergliedmaßen besitzt die Dalmatinische Landschildkröte vier Krallen.

2.6 Schwanz (Cauda)


Abb. 2.13 Schwanzendnagel der Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Testudo hercegovinensis besitzt (ebenso wie Testudo hermanni) am Schwanzende einen stark verhornten Fortsatz (Schwanzendnagel), welcher besonders bei männlichen Exemplaren extrem ausgeprägt ist. Die gesamte Schwanzbasis ist bei männlichen Individuen stark bemuskelt und im Vergleich zu den Weibchen um ein Vielfaches massiger.

Hornkegel zwischen Oberschenkel und Schwanzansatz (Merkmal von Testudo graeca) sind bei Testudo hercegovinensis nicht vorhanden.

2.7 Jungtiere


2.14 Junge Dalmatinische Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Jungtiere der Dalmatinischen Landschildkröte sind im Vergleich zu adulten Exemplaren noch deutlich kontrastreicher gefärbt. Sowohl die hellen, als auch die dunklen Zeichnungen setzen sich auffallend vom Rest der Färbung ab.

 

3 Unterscheidung der Geschlechter (Sexualdimorphismus)

3.1 Weibchen

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Abb. 3.1 Plastralansicht einer weiblichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Eben geformter Bauchpanzer (Plastron)

Insgesamt deutlich größer (15,5 - 17,5 cm) und schwerer (850 - 1100 g)
Literatur: "Natürliche Haltung und Zucht der Griechischen Landschildkröte" W. Wegehaupt

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Abb. 3.2 Rückenansicht einer weiblichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Von oben gesehen eher gleichmäßige Breite

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Abb 3.3 Analschilde einer weiblichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Afterschilde (Analia) etwa genauso breit wie lang; kurzer Schwanz; Kloakenöffnung eher körpernah (proximal) und kreisrund

3.2 Männchen

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Abb. 3.4 Plastralansicht einer männlichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Nach innen gewölbter (konkaver) Bauchpanzer (Plastron)

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Abb. 3.5 Rückenansicht einer männlichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Insgesamt deutlich kleiner (14 - 16 cm) und leichter (600 - 800 g); Hintere Randschilde (Marginalia) ausladend

Angaben: "Natürliche Haltung und Zucht der Griechischen Landschildkröte" von W. Wegehaupt

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Abb. 3.6 Nackenbereich einer männlichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Wulstartige Ausbildung am Hinterhaupt und kräftigere Unterkiefermuskulatur

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Abb. 3.7 Analschilde einer männlichen Dalmatinischen Landschildkröte (Testudo hercegovinensis)

Afterschilde (Analia) breitgezogen und schmaler; längerer Schwanz; Kloakenöffnung eher körperfern (distal) und schlitzförmig

 

4 Statistik/Wissenswertes

4.1 Allgemeines

WA-Status:
Washingtoner Artenschutz-übereinkommen
Anhang II (durch den internationalen Handel stark gefährdete Arten)
EU-Anhang:
EG-Verordnung 338/97
Anhang A (vom Aussterben bedrohte Arten)
Namensherkunft:
Testudo hercegovinensis: Verbreitungsgebiet Herzegowina
Ernährung:
pflanzlich (herbivor)
Lebenserwartung:
60-80 Jahre (Habitat)
>/= 100 Jahre (Gefangenschaft)
Habitat:
Garrigue, Macchia, Grasebenen
Temperatur (max.):
40° C
Temperatur (min.):
3° C

4.2 Fortpflanzung

Hauptpaarungszeit:
Frühling (März, April)
Gelegeanzahl:
1-3 pro Jahr
Gelegegröße:
1-9 Eier pro Gelege
Dauer der Eiablage:
insg. 60-90 min
Form der Eier:
leicht oval
Größe der Eier:
33-51 mm
Gewicht der Eier:
14-24 g
Inkubationsdauer:
56-69 Tage (künstlich) bzw. 80-110 Tage (natürlich)

4.3 Winterstarre (Hibernation)

Temperatur:
4,5-6,5° C
Dauer:
3,5-4,5 Monate (je nach Herkunft)

 
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